Der nächste Wirtschaftsexperte sagt, Steve Jobs taugt nichts als Boss
7. Juli 2009 | Von Andreas | Kategorie: Allgemein, AppleBescheidenheit (Humility) sei nicht Bestandteil von Jobs Führungsstil, so der Artikel. Das habe für Jobs auch funktioniert. Aber genau dass sei heute eine wichtige Eigenschaft für Führungskräfte. Bei aller Bewunderung für die Erfolge die Apple ein ums andere mal feiert, betrachtet Autor Taylor Jobs Führungstil so (übersetzt): “Für mich ist Jobs Herangehensweise an die Unternehmensführung selbst, trotz der beeindrucken Qualität seiner Produkte, merkwürdig unappetitlich und weitestgehend altbacken.” Die erstaunliche Kontroverse sei, das Jobs einerseits für den sensationellen Erfolg eines Unternehmen steht und andererseits für einen Führungsstil, der auf keinen Fall nachahmenswert sei.
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Solche Einschätzungen werden höchstens Neo-Macianer überraschen. Jetzt warten wir gespannt auf den ersten Kommentar á la “Der Erfolg gibt ihm doch Recht!”
Also nun mal langsam! Was soll denn das Zitieren irgend eines anderen Autors, der es auch nicht aus erster Hand beurteilen kann (3rd Party Info)? Soll da jetzt jemand demontiert werden? Will da einer den Pulitzer Preis erringen? Ist AAPL schon wieder zu hoch?
Ohne den Führungsstil von Steve Jobs wirklich näher beurteilen zu können (die Wenigsten können das), kommt man doch nicht darum herum das alte Kohl-Wort “Wichtig ist, was hinten raus kommt” zitieren zu müssen. Pixar hat dieser “unfähige” Manager auch nicht zufällig so hoch gebracht. Und bei NeXT hat er zunächst auch nur “den Fehler” gemacht, den er mit Lisa zuvor schon bei Apple gemacht hatte. Das aber ist genau sein Stil, den andere “Fehler” nennen, weil sie selbst nicht den Mut haben solche Ideen umzusetzen und andere Ziele zu verfolgen. Solche Manager brauchen wir aber! Dazu zwei Zitate:
Steve Jobs: “Die Welt ist ein besser Platz, weil Bill erkannt hat, dass es nicht sein Ziel ist, der reichste Typ auf dem Friedhof zu sein.”
Bill Gates: “Ich würde vieles darum geben, einen solchen Geschmack wie Steve Jobs zu haben.”
Was ist also wichtiger und was ist eigentlich ein guter Manager? Kann es “den optimalen Manager” überhaupt geben, oder schliesst das Eine nicht wenigstens teilweise das Andere aus? Ich bin fest davon überzeugt, dass man das nicht mit so ein paar Sätzen klären kann. Auch nicht Mr. Kahney und erst recht nicht der sog. “Bestsellerautor in Sachen Wirtschaftsthemen” Mr. Taylor. Man hatte schon ein Mal den Fehler gemacht und Steve Jobs “vom Hof” gejagt. Beim nächsten Mal wird er nicht mehr zurück kommen und das weiß auch Apple.
War ja klar …
Aber nun beruhige dich mal. Keiner hat gesagt, dass Jobs ein schlechter Manager ist, niemand will ihn vom Hof jagen und es wird auch nirgendwo sein sein Talent zur innovativen Produktentwicklung bestritten. Im Gegenteil, entsprechende Lobeshymnen finden sich praktisch täglich in den Medien.
Aber der Erfolg gibt nicht automatisch in allem Recht. Sonst müsste man ja auch Herrn Ackermann von der Deutschen Bank mögen. Wie jeder andere Mensch hat auch Steve Jobs seine Schwächen. Und es ist absolut legitim, auch diese mal zu thematisieren. Insbesondere, wenn man sich als Wirtschaftspublikation allgemein mit Management-Themen befasst.
Zur Geschichte Apples empfehle ich im Übrigen den Film „Die Silicon Valley Story“. Ist sehenswert und informativ.
Hallo,
wer sagt eigentlich, dass der berühmte Behindertenparklatz kein “Fake” ist?
Stellt Euch mal vor, wie belagert ein Stellplatz wohl wäre, wenn er mit “Mr. Jobs” markiert wäre?
Was mich an Artikeln, wie diesem stört, ist, dass sie nur eine Außensicht beschreiben. Wie es in der Firma wirklich zugeht, wie seine direkten Kollegen, die Mitarbeiter, welche ihm direkt zuarbeiten und sein Backoffice und seine Sekretärin(nen) über ihn denken, wissen wir leider nicht. Auf deren Urteil kommt es aber an, oder?