No more thing – Apples gestrige Vorstellung war eher mager

10. September 2009 | Von | Kategorie: Allgemein, Wurm im Apfel


Andreas Lerg

Andreas Lerg

Bei manchen Apple-Keynote-Präsentationen schaust Du zu und bist sicher, dass Du soeben Zeuge bist, wie Computergeschichte geschrieben wird. Bei anderen Keynotes denkst Du: “Hey das ist aber klasse”. Dann gibt es welche, da ziehst Du ein Fazit im Stile von “oh, sehr interessant.” Aber nach dem gestrigen Medienevent “It’s only rock ‘n roll but we like it”, dachte ich mir vor allem: “Wie? Das war’s schon?”

Ok, Steve Jobs ist wieder auf der Bühne. Jaja Jubel-Jubel-Freu-Freu. Ohne ihn hat’s auch geklappt, aber mit ihm ist es besser. Aber Stevo ist nur die Schaufensterpuppe. Die Produkte sind die eigentlichen Starts. Und da sah es gestern eher mau aus. Ein iPod touch mit doppelt soviel Speicher und etwas gepimpter Software, der dazu noch etwas billiger ist. Nicht wirklich revolutionär, nur eine Evolution, oder eher ein Evolutiönchen. Dem Ding mit dem riesigen Touchscreen hätte eine Kamera gut getan! Und Steves Ausrede, man habe diese nicht eingebaut, weil es eine “Game-Machine” sei? Nicht überzeugend.

Nur der iPod nano hat eine Kamera bekommen. Und in Zeiten wo man HD-Videokameras in Zigarettenschachtel-Größe für kaum 200 Euro bekommt, ist die Videokamera im iPod nano mit mageren 640 mal 480 VGA-Auflösung einfach nicht zeitgemäß. Normalerweise sind wir von Apple gewöhnt, dass man in Cupertino Sachen wenn, dann richtig macht. Das jetzt aber ist halbherzig.

Dann iTunes 9. Einige interessante Features, aber auch hier nichts, was uns vom Hocker reißen würde. Diesmal also war die Apple Keynote im Großen und Ganzen so mager, wie Steve Jobs selbst es immer noch ist. Bei der nächsten größeren Veranstaltung müssen dann aber “Kick Ass-Products” ausgepackt werden, sonst würde Apple viel von seinem Hype einbüßen. Ich hoffe sehnlichst auf den Tablet Mac. Ich gebe zu ich bin ein Technik-Spielkind und wäre ziemlich scharf auf das Ding, wenn es so gut wird, wie wir vermuten dürfen.

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2 Kommentare auf "No more thing – Apples gestrige Vorstellung war eher mager"

  1. Jonas sagt:

    Immer wieder wird vergessen, dass auch Apple ein “gewöhnliches” Unternehmen ist, welches neue Produkte nach wirtschaftlichen Kriterien gestaltet. Klar wäre ein iPod touch mit Videokamera problemlos machbar, aber wieso sollte man dadurch das margenträchtige iPhone noch stärker durch ein eigenes Produkt konkurrenzieren? Genauso verhält es sich wahrscheinlich auch mit einem Tablet Mac. Ob es wirklich einen grossen Markt dafür gibt ist ungewiss. Apple hat sich in den vergangen Jahren kontinuierlich neue Standbeine erarbeitet und tut gut daran diese zu pflegen. Klar sind neue Produkte immer aufregend, aber revolutionäre neue Produkte können an jeder neuen Keynote präsentiert werden, da die bestehenden Produkte schon ziemlich ausgereift sind.

  2. Christian sagt:

    One more thing! Das Kick Ass Produkt dieser Keynote war Jobs himself. Es ist sicherlich kein Geheimnis, wie wichtig seine die Rückkehr von für Apple und somit auch für uns als Kunden ist. Ohne ihn würde Apple zwar immer noch teure Designprodukte bauen, diese wären dann aber nicht mehr richtungsweisend (erinnern wir uns an Apples Zeit ohne Jobs). Die Entwicklung von “bahnbrechenden” Produkten braucht neben einer Vision (Jobs) eben auch Zeit. So hat es vom ersten iPod (2001) zum iPhone (2007) eben auch eine Weile gedauert, ohne dass sich jemand beschwert hätte. In der Zwischenzeit gibt es eben Brückenprodukte, die lediglich marketingtechnische Gründe haben, ansonsten aber in keiner Weise richtungsweisend sind ( ipod Updates, MacBook Air). Warten wir einfach mal ab, was uns 2013 erwartet …

    Den Nano mit einer Kamera auszustatten ist zumindest ein kleiner Geniestreich. Die VGA Kamera gehört für mich dabei zu einer der sinnvollen, ökonimischen Reduktionen auf das Wesentliche; eine Philosophie die Appe Produkte kennzeichnet.
    Das VGA Format spart Platz und eignet sich hervorragend für das schnelle Hochladen auf YouTube. Für dieses Nutzerszenario ist das VGA Format dem HD Format weit überlegen. Wozu HD, wenn man ohnehin nur mit einen mikroskopischen Bildsensor (Rauschanfälligkeit) aufnehmen kann und sich Upoladzeiten und Speicherplatzbedarf vervierfachen? Diesen unnötigen Megapixelwahn kennen wir doch schon von den Kompaktdigitalkameras …

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