YouPorn stellt auf HTML 5 um und Steve Jobs verliert den Kampf gegen Pornos

23. Mai 2010 | Von | Kategorie: Apple iPad


YouPorn wechselt auf HTML 5

YouPorn wechselt auf HTML 5

Steve Jobs kämpft öffentlich gegen Pornografie auf dem iPhone und dem neuen iPad. Während Apple pornografische, aber auch erotische Apps nicht für den Verkauf über den AppStore zulässt, argumentiert Jobs öffentlich mit markigen Sprüchen wie in einer E-Mail an Technik Blogger Ryan Tate: “Ja, Freiheit von Programmen, die deine privaten Daten klauen. Freiheit von Programmen, die deinen Akku leersaugen. Freiheit von Pornografie. Ja, Freiheit.” Aber den Kampf gegen Pornografie auf dem iPad werden Steve Jobs und Apple verlieren. Und auch Adobe wird dabei auf der Verliererseite stehen. Schuld ist das große Display und der geniale Browser des iPad und die Tatsache, dass “YouPorn” – eine der größten Pornoschleudern im Internet – auf HTML 5 umstellt. Aber der Reihe nach.

Die Apps auf dem iPhone funktionieren unter anderem deshalb so gut, weil das Display so winzig ist und Browsen mit dem Safari-iPhone-Browser nur bedingt Spaß macht. Deshalb nutzen viele iPhone-Besitzer lieber Apps um Webinhalte zu betrachten. Auch Newsmagazine bauen daher Apps für das iPhone. Wer eine App auf das iPhone bringen darf und wer nicht, bestimmt Apple. Porno-Apps haben keine Chance.

Das iPad lädt zum browsen ein

Das iPad aber hat einen großen Bildschirm. Mit dem macht das normale Browsen sehr viel Spaß. Deshalb werden viele Inhalteanbieter nicht mehr zwangsweise eine App bauen, sondern einfach ihre Webseiten als Plattform nutzen. Das hat jetzt auch “YouPorn”, die größte Pornoschleuder im Internet, erkannt und angekündigt, die Darstellung der Ferkelfilme auf der Internetseite von Flash auf HTML 5 umzustellen. Damit kann das Material problemlos auf dem iPad abgespielt werden. YouPorn soll laut Statistiken zu den 50 reichweitenstärksten Seiten im Internet zählen. Apple kann die Nutzung der Browsers nicht reglementieren und damit nicht verhindern, dass das iPad dank HTML 5, auf das Apple so schwört, während gegen Flash gewettert wird, zum Porno-Tablet wird.

YouPorn hat bereits damit begonnen, die gigantische Masse an Filmen vom FLV-Format in das H.264-Format zu konvertieren. Damit ist auch der Flashplayer bei YouPorn irrelevant. Und diesen Schritt könnten viele Anbieter von Inhalten gehen, nicht nur die Pornoindustrie. Damit könnte Adobe sein bisherigs Alleinstellungsmerkmal im Internet einbüßen. Flash wird Marktanteile einbüßen.

Der gute Browser des iPad könnt auch Apple schaden

Zum Schluss wollen wir den Gedanken mal zu Ende denken. YouPorn ist so populär, da man hier ohne jede Altersabfrage und ohne jedes Jugendschutzhinderniss das sehen kann, was in vielen Ländern unter die Pornografiegesetze fällt. YouPorn verschafft sich mit HTML 5 ungehinderten Zugang zum iPad. Aber diesem Beispiel könnten auch viele andere Anbieter folgen und ihre Internet-Seiten für mobile Plattformen wie das iPad optimieren. Mit HTML 5 können Multimediainhalte auf das iPad gebracht werden. Warum dann also überhaupt für teures Geld eine App entwickeln, mit der man auf die “Zulassungs-Gnade” von Apple angewiesen ist und sogar nur auf dem iPad und iPhone läuft. Dann doch lieber auf HTML 5 bauen und eine Webseite anbieten, die auf allen Plattformen läuft. Der gute Browser des iPad könnte also auch beim App-Geschäft von Apple kanibalisierend wirken. Und je mehr Anbieter sich für HTML 5 entscheiden, um so weiter wird Flash irrelevant werden. Der tatsächliche Verlierer dieser Entwicklung heisst Adobe.

Anmerkung: Sollte jemand diesen Artikel so verstehen, das Pornografie befürwortet oder verharmlost wird, dann ist das eine Fehlinterpretation.

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3 Kommentare auf "YouPorn stellt auf HTML 5 um und Steve Jobs verliert den Kampf gegen Pornos"

  1. willibald sagt:

    Alles richtig, was in dem Artikel steht: natürlich kann niemand die Pornoindustrie verbieten (warum eigentlich nicht), aber ich kann sie einschränken und z.B. in einem Zeitschriftenladen keine Pornomagazine verkaufen. Also jeder kann seinen Beitrag dazu beitragen, Schweinkram nicht zu vertreiben, und nichts anderes macht Steve… Und viele andere auch…

  2. Daniel sagt:

    wieso sollte man die Pornos verbieten??? Nur weil Steve Job geistesgestört ist mit seinen Klamotten vom roten Kreuz. Das ist sein persönliches Problem. Ich mag Pornos und will mich von niemanden einschränken lassen. Stellt euch mal vor Steve Jobs hat ein Problem mit der Fußball WM. Dann wird auch da alles mögliche tun, damit uns das enthalten bleibt.

  3. Blubb sagt:

    Also wirklich… wer Pornos verbieten will, ist entweder impotent oder geisteskrank. Wenn man schon bei Pornos ist, da gibts doch gleich soo viel mehr was man verbieten könnte: Medien allgemein, Foren (da gibts ne freie Meinung) etc etc. Wo soll der Verbotswahnsinn noch hinführen?
    Wer keine Pornos mag, muss sie ja nicht anschauen. Die andere sollte er aber dann doch bitte in Frieden lassen.

    Und Steve Jobs braucht auch nicht jedem seine verklärte Weltansicht aufzwingen… Apple ist stylisch, keine Frage, aber auch so restriktiv wie keine andere Firma! Deshalb:
    Say NO to Apple :)

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