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Sep 06

Brandneue iPod Touch nutzt Multitouchdisplay des iPhones und bietet erstmals WiFi und Webrowser

iPod Touch - kastriertes iPhone?

Apple stellte gestern Abend einen ganz neuen iPod vor. Der iPod Touch (Touch = Berührung) ist quasi ein iPhone ohne den Mobilfunkteil. Es lag auf der Hand, das so etwas kommt, also das man das revolutionäre Multitouchdisplay des iPhones auch in Geräten „unterhalb“ des Apple-Mobiltelefons zum Einsatz bringt. Böse Zungen könnten den iPod Touch als „kastriertes iPhone“ bezeichnen. Das wäre auch in sofern zutreffend, da tatsächlich neben dem Multitouch auch weitere Features des Mobiltelefons übernommen wurden. Natürlich steht Coverflow zum blättern in der Musiksammlung zur Verfügung. Das Fundament bildet eine maßgeschneiderte Version von MAC OS X. Dann hat das Gerät erstmals eine WiFi-Schnittstelle und ist damit WLAN-tauglich. Safari ist ebenfalls an Bord, sodass diese neue iPod der erste ist, mit dem man im Internet surfen kann. Google und Yahoo Suchtechnik ist ebenfalls integriert und zudem können auch YouTube-Videos betrachtet werden. Außerdem kann mit dem neuen iTunes WiFi-Musik-Store auch unterwegs Musik gekauft werden, sodass man diesen iPod nicht mehr ins Dock stecken und mit iTunes auf dem Mac oder PC synchronisieren muss, um neue Musikstücke zu kaufen und unterwegs nutzen zu können.

Der iPod Touch ist zudem auch schlanker als ein Magermodel auf dem Laufsteg, denn er ist 8 Millimeter dünn und, wie auf der US-Webseite von Apple, auf dem – im Gegensatz zu www.apple.de – neben den iPods auch das iPhone zu sehen ist, minimal kleiner als das iPhone. Das Modell mit 8 GB Speicher kostet 299 US-Dollar beziehungsweise 299 Euro, Apple verzichtet also auf eine „echte“ Umrechnung des Dollarpreises. Für das Modell mit 16 GB Speicher ruft Apple einen Preis von 399 US-Dollar/Euro auf.

Und die anderen iPods?

Das bisherige Topmodell der iPod Reihe hört jetzt auf den Namen „iPod Classic“. In Sachen Bedienung ist quasi alles beim Alten geblieben denn er ist nach wie vor mit dem Clickwheel ausgestattet. Mittlerweile bekommt man den iPod Classic mit 80 oder 160 GB Speicherplatz. Wer also vor allem richtig viel Platz benötigt, ist mit dem „Classic“ deutlich besser bedient als mit dem neuen „Touch“. Natürlich wurden auch diesem Gerät neue Features spendiert. So kann man mit dem Clickwheel jetzt ebenfalls Coverflow auf dem Display nutzen. Und es können Videos abgespielt werden. Der iPod Classic mit 80 GB kostet 249 US-Dollar/Euro, das Gerät mit 160 GB 349 US-Dollar/Euro.

Neue iPodsDer neue iPod Nano wirkt optisch irgendwie „kurz und dick“, denn statt dem vorherigen schmalen, dünnen und hohen Design ist der neue Nano breiter und kürzer geworden, um einem größeren und helleren Display mit 2 Zoll Diagonale Raum zu bieten. Auch dieser iPod bietet jetzt Coverflow und ist ausstattungsmäßig mit dem iPod Classic identisch. In Sachen Speicherplatz bleibt mit 4 GB und 8 GB alles beim Alten. Die Preise reichen von 149 US-Dollar/Euro für das 4 GB-Modell bis 199 US-Dollar/Euro für den großen Bruder mit 8 GB.

Am wenigsten hat sich beim iPod Shuffle getan. Im Prinzip gibt es den nur in neuen Farben. Ansonsten ist hier in der Tat in Sachen Speicherkapazität (1 GB) und Preis (79 US-Dollar/Euro) alles beim Alten geblieben.

Einerseits zeigt Apple der Branche abermals, wo der Hammer hängt! Anderseits ist es nicht verwunderlich, sondern einfach eine logische Konsequenz, dass man das revolutionäre Bedienkonzept des iPhones als „Spinoff“ für den iPod klont. Mit dem iPod Touch degradiert Apple den „Zune“ von Erzrivalen Microsoft zu einem Gerät mit altbackenem Bedienkonzept. Das gilt aber auch für die eigenen „herkömmlichen“ iPods, denn deren Bedienkonzept ist durch das Multitouchdisplay des iPhones und des neuen Touch ebenfalls auf einmal irgendwie „alt“. Der iPod Classic hat jetzt nur noch den gigantischen Speicherplatz als Pfund mit dem er wuchern kann, denn ansonsten ist das neue Zugpferd der iPod-Familie auf Deutsch gesagt einfach viel geiler und auch kaum teurer! Der iPod Nano hat nur den niedrigeren Preis und die kompakteren Maße aufzubieten. Einzig der Shuffle wird in seiner Nische erfolgreich bleiben, da er sich als Winzling ohne Display als „akustisches Mode-Accessoire“ etabliert hat.

Einst brachte Apple mit dem ersten iPod einen MP3-Player auf den Markt, also ein Gerät zum abspielen von MP3-Audiodateien. Die neueste Evolutionsstufe ist mittlerweile weit mehr. Man kann immer noch hervorragend Musik damit hören, aber dank WiFi, Safari und Multitouchdisplay hat man jetzt auch ein „echtes mobiles Surfbrett“. Die Videoabspielfunktion zeigt, dass das Display auch sehr gut für bewegte Bilder taugt. Und das zeigt deutlich was als nächstes kommt, denn: Es wird sicher nicht lange dauern, bis wir auf diesem Gerät auch die ersten üppigen Spiele und Online-Spiele erleben werden, denn Apples Pläne, diese Plattform um die Funktionalität einer mobilen Spielekonsole zu erweitern geistern ja schon eine ganze Weile durchs Internet. Mit dem Multitouchdisplay hat der neueste iPod die richtige „Benutzerschnittstelle“ dafür an Bord.



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