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Feb 06

Apple hat scheinbar ehrgezige Pläne in Sachen Apple TV

Apple hat scheinbar ehrgezige Pläne in Sachen Apple TV

Apple bemüht sich zwar immer, seine Set Top Box nur als Hobby zu deklassieren, aber Investment Banker Gene Munster von Piper Jaffray prognostiziert, dass Apple noch dieses Jahr sein „Engagement im Wohnzimmer“ deutlich ausbauen werde. Er geht davon aus, das Apple innerhalb der nächsten zwei Jahre Projekte und Produkte im Bereich vernetztes Fernsehen vorstellen wird. Und Munster sieht noch für dieses Jahr eine neue Version von Apple TV mit einem Digitalen Video Rekorder (DVR) ins Haus stehen.

Munster in seiner Analyse (übersetzt): „Wir erwarten, dass Apple über die kommenden zwei Jahre vernetztes Fernsehen entwickeln und das dann 2011 mit integrierter DVR-Funktion am Markt einführen wird. Die aufgezeichneten Fernsehsendungen werden dann mit Macs, iPhones und iPods über ein drahtloses Netzwerk synchronisiert.“ Apple hat mit seinem Apple TV-System bereits einen Fuß in Sachen digitales Wohnzimmer in die Tür gestellt. Ein solches System würde dieses Standbein deutlich festigen und den Markt für Apple fest etablieren. Apple wird nach der Ansicht von Munster seinen Beitrag zum „digitalen Wohnzimmer“ deutlich ausbauen. Interaktives Fernsehen, Musik, Filmverleih und -verkauf, aber auch Spiele werden alle gebündelt in einem System kommen.

Apple werde sein „iTunes Ökosystem“ weiter ausbauen und expandieren, um noch vielfältigere Inhalte zu vermarkten. Zudem sei es Apple zuzutrauen, dass man ein Fernsehgerät entwickelt, dass sich deutlich aus der Masse bisheriger Geräte abhebt und dann keine separate Set Top Box mehr braucht. Munster (übersetzt): „Mit der Nutzung einer CableCARD für HDTV-Signale wäre Apple in der Lage, Home Entertainment-Systeme mit separaten Musikanlagen, TV-Receivern, BlueRay- & DVD-Playern und Spielekonsolen durch ein All in One Apple-Fernsehgerät zu ersetzen.“ Durch Software könne dieses System dann eine kinderleichte Konfiguration und Bedienbarkeit bieten.

In Munsters Augen legt Apple derzeit genau für dieses Engagement das Fundament fest. Der erste Schritt werde eine neue Apple TV-Hardware sein, die er für Ende des Jahres voraussagt. Diese werde auch einen Koaxial-Eingang für TV-Signale haben und als DVR Fernsehprogramm aufzeichnen können.

Munster sagt zudem, dass Apple von seinem Hobby-Produkt Apple-TV in diesem Jahr 6,6 Millionen Stück an den Mann bringen wird. Letztes Jahr waren es 2,1 Millionen und diese Zahl stellte schon eine Verdreifachung des Vorjahresabsatzes dar. Munster nennt für seine Schlussfolgerungen fünf wesentliche Gründe:

1.Das Management bei Apple lasse erkennen, dass man den Willen habe iTunes noch viel stärker ins Wohnzimmer zu bringen und damit Geld zu verdienen. Tim Cook habe ja im Quartalsergebnis-Konferenztelefonat bereits deutlich gesagt, das man weiter in Apple TV investieren werde, weil darin Potential für die Zukunft steckt.

2.DVR und TV-bezogene Patente wurden eingereicht. Apple hat in diesen Patenten DVR-Technologien patentiert, die gerade für Set Top Boxen wie Apple TV zugeschnitten sind.

3.Die auf fünf Jahre fest zementierte Partnerschaft mit LG in Sachen LCD-Displays im Wert von 500 Millionen Dollar spräche auch dafür, dass Apple hier mehr im Sinn hat, als nur Displays für seine Computer bauen zu lassen.

4.Mit der gigantischen Nutzerschaft von iTunes hat Apple eine riesige Kundenbasis, die für die Entwicklung des Marktes nicht mehr erschlossen werden muss. 65 Millionen Nutzer müssen einfach nur „bedient“ werden.

5.Apple könnte in diesem sich gerade erst entwickelnden Markt des vernetzten Fernsehens mit Hardware und Software ganz vorne mit dabei sein und riesige Gewinne machen. Mit seiner guten und hochwertigen Hardware und der guten Software könne Apple auf umfangreiches Knowhow zurückgreifen um hier Produkte zu entwickeln, die anders und besser sind als andere. Munster traut Apple hier Stückzahlen von 10 Millionen pro Jahr zu und das man sich preislich im gehobenen Segment oder im Premiumsegment etablieren könne. Apple habe im Mobiltelefonmarkt bewiesen, dass man mit einem „andersartigen“ Produkt und dem iTunes Marktmodell die Branche auf den Kopf stellen kann. Und Apple habe beste Voraussetzungen, das auch im Bereich digitales Wohnzimmer zu schaffen.



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