Ein ähnliches Programm aus den USA ist Wobble. Auch hier werden bestimmte Körperteile durch schütteln des iPhones in Bewegung versetzt. US-Blogs berichten, dass Apple keine Apps mehr zulässt, die Frauen in Bikinis, in engen Sport- oder Badeanzügen zeigen. Demnach könnten also Bilder von Olympionikinen in engen Ski- oder Eisschnellaufanzügen bereits dem Apple-Bann unterliegen. Auch zuviel unbedeckte Haut ist tabu. Damit nicht genug. Apple soll auch Apps verbannen, die im Namen Begriffe wie “Sex”, “Boobs” (auf Deutsche etwa “Möpse”) oder auch nur “Babe” enthalten. Apple scheint sich irgend ein Saubermann-Image geben zu wollen.
Ich frage mich, was bei Apple los ist, denn dieser Feldzug gegen jede Art von Erotik auf dem iPhone und dem zukünftigen iPad nimmt ja beinahe Züge einer Paranioa an. Die USA sind ja für die teilweise radikal umgesetzte Prüderie bekannt, aber Apple scheint derzeit auf diesem Gebiet “Klassenbester” werden zu wollen. Sicher über Geschmack lässt sich ebenso streiten, wie über die Tatsache, dass 99% dieser Erotik-Apps für Männer gemacht sind und es für Frauen keine Apps gibt, die etwas wackeln lassen, was Frauen anmacht. Doch wenn ich von den derzeitigen Meldungen in dieser Sache ausgehe, dann scheint Apple gerade zu Panik vor jeglichem bisschen Erotik in seinem AppStore zu haben. Dabei vergisst Apple eins: Sex sells und auch an den meist harmlosen erotischen Apps verdient man in Cuprtino mit, wenn diese verkauft werden. Das was Apple derzeit macht, duftet etwas nach Zensur, zumindest aber einer gewaltigen verbohrten Schere im Kopf.Feb 23
Die Meldungen häufen sich, dass Apple jetzt eine massive Strategie gegen beinahe jegliche Art von iPhone App mit erotischem Inhalt fährt. So sollen bereits 5000 Apps, die bisher im AppStore verfügbar waren, aus diesen Gründen gelöscht worden sein. Apple drückt sich anscheinend um eine konkrete und gehaltvolle Begründung und führt lediglich Benutzerbeschwerden als Grund für Löschungen an. Dabei zeigen die gelöschten Anwendungen nicht etwa pornografische Inhalte. Es sind eher Apps, die als erotisch, sexy oder auch frivoler Humor gewertet werden könnten. Auch das “Schüttelmädchen” der BILD-App – einer kostenpflichtigen Anwendung – wäre von der neuen Regelung betroffen. Gleichsam die App des Playboy. Beide sind bisher im AppStore noch zu haben. Beim BILD-Schüttelmädchen kann die dargestellte Dame durch schütteln des iPhones Schicht für Schicht entkleidet werden.



Februar 23rd, 2010 at 10:26
Apple verhält sich vollkommen richtig. Diese unnütze Darstellungsweise hat nichts mit einem sinnvollen App zu tun.
Wer Fleisch sehen will, soll zum Schlachthof gehen oder auf die Seite der Bild Zeitung.
Februar 24th, 2010 at 07:25
Diese sog. Erotik-Apps kosten 79c enthalten unspektakuläre Bilder, die man noch nicht mal als Softporno bezeichnen kann, aber prüde Menschen schockt. Diese Apps vermüllen die Rubriken im ohnehin ziemlich unübersichtlich gewordenen App-Store und sind völlig überflüssig. Man könnte ja auch eine zusätzlich gesicherte Erotik-Rubrik einführen, aber das passt nicht in die Apple-Welt. Über kurz oder lang wird Apple sich mit seinem abgeschotteten Store Probleme und Kritik einfangen. Das müssen sie aushalten oder einen offenen Alternativ-Store einrichten. Ich vermute, diese zweite Lösung wird unter einem fremden Namen (aber mit Apple-Beteiligung) irgendwann “freigegeben”.
Februar 24th, 2010 at 14:01
Ich kann diese Entscheidung eigentlich sehr gut nachvollziehen. In Kürze wird das iPad auf den Markt kommen und somit den App-Store für viele Familien und Kinder zugänglich machen. Wenn 5 Prozent der ladbaren Inhalte aus Schmuddel-Apps besteht, dann überlegen sich Eltern und Großeltern sicherlich zweimal, womit sie ihr Kind spielen lassen. Der Schritt ist also konsequent und gut durchdacht.
Februar 26th, 2010 at 23:32
Auch wenn diese Apps von Drittanbietern stammen, muss Apple das Angebot in seinem Apple Store verantworten. Bisher habe ich öfters gestaunt, wie viel Schrott da zugelassen wird und begrüße eine Entscheidung auf mehr Qualitätssicherung.
Ob da nur Apps mit pornografischem Inhalt betroffen sind, bezweifle ich daher.
Den Zugang zu solchen Quellen zu regeln bleibt ein ungelöstes Problem. Jeder 12-Jährige kann sich ungehindert harte Angebote auf seinen iPod laden.