
Wie funktioniert die Apple-Magie?
Aber das faszinierendste ist, wie Apple das fertig bringt. Apple schafft das, indem man quasi nichts macht und sagt. Nehmen wir wieder das September Presseevent. Apple hat bisher nicht eine Silbe dazu gesagt, geschweige denn, dass Event auch nur bestätigt. Der Hype entsteht quasi autark. Diesmal weil es so um September herum fast jedes Jahr ein “iPod-Event” gibt und wieder “aus gut informiertenm, firmennahen Kreisen” Informationen geflossen sein sollen. Ob Apple diese Gerüchte selbst heimlich anschubst? Damit haben wir also schon eine Methode erkannt, mit der Apple diese Magie erzeugt: Massive Verschwiegenheit und die berühmte Geheimniskrämerei.
Ein weiterer Punkt ist die Person Steve Jobs. Nehmen wir auch hier ein aktuelles Beispiel. Apple hat versucht, die Veröffentlichung einer Biographie über Jobs in der Zeitsachrift “Times” zu verhindern. Die Biographie “Steve Jobs: The man who polished Apple” wurde natürlich gedruckt und darin steht ehrlich gesagt weitestgehend, was wir schon wissen. Aber Apple hat hier mit seinem (angeblichen) Versuch, diese Veröffentlichung zu verhindern, wieder geschafft, dass die ganze Geschichte erst Recht Aufmerksamkeit bekommt und ein großes Medien und Blog-Echo erzeugt.
Aber weiter zu Steve Jobs. Ihm ist es gelungen, zu einer Art Orakel der Computer-Technologie zu werden. Wenn Apple ein Presseevent macht und Steve Jobs dort spricht, dann prügeln sich die Medien darum, an dieser Veranstaltung teiluznehmen, weil die wissen, was Jobs präsentiert, wird die Computer-Branche verändern und beeinflussen. Nehmen wir das iPhone und dessen gigantischen Erfolg als Beispiel. Vor kaum drei Jahren hatte Apple nicht mit Mobilfunk zu tun und jetzt läuft das Unternehmen aus Cupertino Firmen wie Nokia bald den Rang ab und viele kopieren Design und Bedienung des Apple-Handys. Nehmen wir das MacBook Air. Oder die dominierende Rolle, die iTunes in der Vermarktung von Medieninhalten spielt. Apple hält dieses Versprechen, Meilensteine zu setzen und die Computer-Branche zu verändern ja auch tatsächlich ein.
Apple erreicht durch seinen Kultstatus mit relativ geringem Aufwand und einer cleveren Strategie eine Medienpräsenz und positive Wahrnehmung, für die andere Firmen teilweise aberwitzige Summen für Werbe- und PR-Agenturen ausgeben.
