Apple mit Millionenklage wegen iPhone-Preissenkung konfrontiert
6. Oktober 2007 | Von Andreas | Kategorie: Wurm im Apfel
Sicher, wenn ich ein Produkt kaufe und es nur kurze Zeit später deutlich billiger wird, dann ärgere ich mich. Sicher, dass Apple den Preis seines iPhones kaum zwei Monate nach Markteinführung deutlich – um 200 Dollar – senkt, ist einigen Kunden sauer aufgestoßen. Aber im Prinzip sollte man doch meinen, dass in einer freien Marktwirtschaft ein Unternehmen den Preis seines Produktes quasi nach Belieben festlegen und ändern darf. Die New-Yorkerin Dongmei Li scheint diese jedoch nicht so zu sehen, denn Sie hat den Apple-Konzern unlängst auf Schadenersatz in Höhe von einer Million US-Dollar verklagt. Als Begründung wird „Preisdiskriminierung“ genannt.
Das ist mal wieder typisch USA, mag man denken. Die Kundin erwarb die 4 GB-Variante des iPhones für 499 Dollar. Kurz darauf nimmt Apple diese Variante vom Markt und lobt die 8 GB-Variante, vorher 599 Dollar, jetzt für 399 Dollar aus. Li hat also theoretisch einen Schaden von 100 Dollar. Ok, zugegeben Sie hat auch noch die schmalbrüstige die 4 GB-Version und hätte die mit 8 GB durch etwas Geduld für 399 bekommen. Apple gab Kunden der ersten Stunde wie Li kulanterweise 100 Dollar per Scheck zurück. Theoretisch könnte man also sagen, Ihr „Schaden“ – wenn man das überhaupt so sehen will – wurde von Apple von 100 auf 0 Dollar korrigiert.
Doch die resolute Dame gibt sich empört und spricht von Preisdiskriminierung und Monopolmissbrauch. Sie argumentiert weiter, dass sie ihr iPhone jetzt nicht mit dem gleichen Profit weiterverkaufen könne, wie jemand, der das Mobiltelefon nach der Preissenkung erworben habe und nun wieder veräußern würde. Li sieht den Grund für die Preissenkung nur darin, dass Apple den Wiederverkaufsmarkt möglichst ausbremsen will. Die am 24. September eingereichte Klage verlangt einen Schadensersatz von einer Millionen Dollar.
Unter uns gesagt, bedenkt man die Klagewut in den USA, dann sehe ich hier eher folgendes Ziel. Die gute Dame will die Wut vieler Kunden wegen der Preissenkung von Apple und den daraus entstandenen kurzen Medienhype ausnutzen, um sich vom Gericht mal ordentlich die Taschen mit Apples Kohle füllen zu lassen. Unserer Meinung nach hat jemand, der ein Produkt kauft und nach ein paar Tagen oder Wochen dann feststellt, dass es billiger geworden ist, schlichtweg Pech gehabt.
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[...] unlängst berichteten laufen in den USA bereits mindestens zwei Gerichtsverfahren gegen Apple. Eine New Yorkerin klagte wegen der Preissenkung und in Kalifornien läuft derzeit bereits eine Kartellrechtsklage wegen der Providerfesselung. [...]