Steve Jobs hat Blähungen und die Apple Aktien jagt in den Keller

4. Oktober 2008 | Von | Kategorie: Wurm im Apfel


Im Apfel ist der Wurm drin!Verzeihen Sie mir die bewusst provokant gewählte Überschrift, aber unlängst haben bewusst gestreute falsche Spekulationen über Steve Jobs Gesundheit mal wieder den Aktienkurs gedrückt. Auf der vom CNN betriebenen Webseite iReport.com, einer Communityseite für von Nutzern gemachten Journalismus, meldete ein Mitglied mit dem Pseudonym „Johntw“, Steve Jobs läge mit Herzbeschwerden im Krankenhaus. Prompt ging die Aktie deutlich talwärts, bis Apple das ganze offiziell dementierte und die Meldung von iReport.com gelöscht wurde. Angeblich ist die US-Börsenaufsicht jetzt auf der Jagd nach „Johntw“, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Aber das wirft eine berechtigte Frage auf.

Ist es im wahrsten Sinne des Wortes gesund, wenn der Aktienkurs und das Schicksal eines Unternehmens so eng mit dem Gesundheitszustand des Chefs verbunden ist? Dieser Vorfall ist ja nicht der erste, der offen legt, wie verschnupft die Apple-Aktie auf Meldungen zum Gesundheitszustand des charismatischen Apple-Boss reagiert. Mal wird er versehentlich für tot erklärt, mal ist sein ausgemergeltes Erscheinungsbild Ursache für Spekulationen. Was bitte passiert denn, wenn Steve Jobs wirklich stirbt? Geht Apple dann mit wehenden Fahnen unter? Ist Apple ohne Steve Jobs verloren, am Ende, zum Scheitern verurteilt? Haben denn gute Produkte und wirtschaftlicher Erfolg nicht mehr Gewicht als Steve Jobs Krankenakte?

Apple sollte sich intensiv darum bemühen, seinen Erfolg und vor allem den Aktien-Kurs von Steve Jobs abzukoppeln. Es geht hier nicht darum Steve Jobs zu feuern oder sowas, bei Leibe nicht. Aber die Analysten und der Aktienkurs sollten auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens reagieren. Wenn Steve Jobs irgendein Zipperlein hat oder krank ist, sollte das weniger bis keine Wirkung auf den Aktienkurs haben. Diese Verknüpfung von Kursverlauf und Jobs Zustand ist im wahrsten Sinne des Wortes ungesund.

Unsere Fundstellen zum Thema:

http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE4920EU20081003

http://www.bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Luege-liess-AppleBoersenkurs-absacken/story/26419434

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Ein Kommentar auf "Steve Jobs hat Blähungen und die Apple Aktien jagt in den Keller"

  1. DeÄbblFreak sagt:

    Sicher Steve Jobs ist ein guter CEO, denn der Laden läuft. Er ist charismatisch, eloquent und auch selbstverliebt. Aber in der Tat ist es äußerst ungesund, wenn der Börsenwert einer Firma nicht vorwiegend über ihre Erfolge und Zahlen bemessen wird, sondern in eine starke Abhängigkeit von einer Person gerät. Wenn Jobs morgen zur Tür raus geht um vom Bus überfahren wird, dann muss Apple eine Art “Plan B” haben und Apple wird das auch haben. Es muss fähige Leute geben, die die Firma erfolgreich weiter führen könne.

    Wäre man böse, könnte man unken, dass Steve Jobs vielleicht wirklich abtreten und Apple verlassen müsste, damit sich Apple von diesem Personenkult lösen kann.

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